Wie und in welcher Höhe bekommt man einen Dispokredit?
Bei einem Dispokredit handelt es sich um einen, von der Bank, eingeräumten Betrag, um den das Girokonto ohne zusätzliche Anfrage überzogen werden darf. Anders als bei einem regulären Kredit bestehen hier keine festgelegten Ratenzahlungen oder Laufzeiten um den Dispokredit auszugleichen. Im Gegenzug sind die Sollzinsen für den genutzten Dispokredit höher als bei einem Ratenkredit der Bank.
Auch wenn der Dispokredit heute größtenteils ein fester Bestandteil eines Girokontos ist, so ist die Bank nicht dazu verpflichtet, dem Kunden diesen Überziehungskredit automatisch einzuräumen.
Unter welchen Voraussetzungen gewährt die Bank einen Dispokredit?
In der Regel kann jeder volljährige Kunde bei der Eröffnung eines Girokontos einen Dispokredit erhalten. Bei der eingeräumten Höhe des Überziehungskredits legt die Bank sämtliche Einkünfte zugrunde. Hierbei werde alle positiven Geldeingänge wie z.B. das Gehalt, Rente, Unterhaltszahlungen oder auch Bafög zusammengezählt. Zusätzlich prüfen die Banken die Bonität ihres Kunden durch eine Schufa-Anfrage. Ist dieses Einkommen stabil und die Schufa-Auskunft nicht auffällig, kann die Bank einen Dispokredit einräumen, der in der Regel sofort zur freien Verfügung steht.
Bei einer Veränderung der monatlichen Einkünfte ist die Bank dazu berechtigt die Höhe des Dispokredits zu kürzen oder zu kündigen. In der Regel geschieht dies durch eine ordentliche Kündigung mit einer Kündigungsfrist von 30 Tagen, in der der Kunde u.a. die Möglichkeit hat, den genutzten Disporahmen auszugleichen. Nur bei einer wesentlichen Verschlechterung der Vermögensverhältnisse ist eine fristlose Kündigung des Überziehungskredits zulässig. Dieses ist gesetzlich in §448 und §449 BGB geregelt.
Wie hoch kann ein Dispokredit ausfallen?
Die Höhe des eingeräumten Überziehungskredits richtet sich in erster Linie nach den monatlichen Einkünften und beträgt im Durchschnitt das zwei bis maximal dreifache der monatlichen Einkünfte. Bei einer Eingangshöhe von 1.500 Euro würde der Dispokredit somit maximal 3.000 € bis 4.500 € betragen. Bis zu diesem maximalen Betrag kann das Girokonto jederzeit belastet werden.
Welche Kosten entstehen beim Dispokredit (Dispo-Zinsen)?
Kosten in Form von Sollzinsen entstehen lediglich für den tatsächlich genutzten Dispokredit unabhängig davon, wie hoch der bewilligte Überziehungskredit ist. Diese Sollzinsen sind je nach Bank unterschiedlich und können zwischen rund 8% p.a. und 15% p.a. variieren. Die Höhe der Sollzinsen müssen dem Kunden zusammen mit der Gewährung des Dispositionskredits mitgeteilt werden.
